nachdenkliches

Nachdenkliches

Zu dieser Seite möchte ich garnicht viel sagen. Diese Gedichte und Geschichten sollen euch einfach nur zum Nachdenken anregen.

Ein Gedicht

Früher hatte ich einen Freund, er war mein Hund. Wir hatten viel Spaß, die Welt war so bunt.

Ich weiß noch wie wir spielten und tobten, ein braver Hund, den viele lobten, der treueste Freund, den es gibt von jedermann wurde er geliebt.

Kinder mochte er besonders gern, sie kamen an von nah und fern. Treu war er immer für mich da, das Leben mit ihm war einfach wunderbar!

Heute habe ich einen Freund, es ist mein Hund. Doch ist die Welt für uns schon lange nicht mehr bunt.

Ein Kampfhund ist er jetzt - wie jeder weiß, die Menschen sehen die Hunde nur noch schwarz-weiß. Hunde werden nun verurteilt, in Hund oder kampfhund, ganz übereilt.

Leider wurde ein neues Gesetz erlassen, die Menschen fingen an, meinen Hund zu hassen. Bisher war er bei jedermann beliebt, nun es nur noch böse Blicke für ihn gibt.

Kinder wollen ihn streicheln voller Glück, panische Eltern rufen sie entseztz zurück. Um Gottes Willen, fass ihn nicht an, das ist ein Kampfhund, der hat schon vielen was getan.

In der Zeitung steht`s, und die müssen es ja wissen, Hunde wie diese haben viele schon totgebissen.

Ich habe meinen Freund, den liebe ich sehr, ich wünsche mir die alten Zeiten wieder her. Ich möchte sehen, wie er über die Felder rennt, gestreichelt wird von anderen, so wie er es kennt.

Geachtet wird als Lebewesen, so wie es früher auch gewesen. Geliebt wird wieder von jedermann, denn er hat doch nichts getan.

 

Hundis Treue

Wenn alle dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund, wird einer dich niemals verlassen, und das ist dein treuer Hund. und würdest du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand, er wird es geduldig ertragen und leckt dir dafür noch die Hand. Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für dich immer parat! Er beweist es dir täglich auf`s neue, wie unsagbar gern er dich hat. Nennst du einen Hund dein eigen, wirst du nie verlassen sein, und sollst du vor Einsamkeit schweigen, denn du bist doch nicht allein. Wird einst der Tod dir erscheinen und schlägt dir die letzte Stund, wird einer bestimmt um dich weinen, und das ist dein treuer Hund. Darum schäm dich nicht deiner Tränen, wenn einmal dein Hund von dir geht! Nur er ist, das will ich erwähnen, ein Wesen das stets zu dir steht. 

 

Die letzten Bitten eines alten und kranken Hundes

Viele Jahre durfte ich dein treuer begleiter sein. du hast schon, als du mich bei Züchter abholtest, meine Liebe gewonnen. Ich lief dir zu und du nahmst mich in deine Arme.

Du hast dir viel Mühe gegeben, aus mir einen wohlerzogenen Hund zu machen. Wichtig war mir, dass du viel mit mir gespielt hast, ich habe dabei auch gewonnen. Du hast nie mit mir geschimpft oder mich geschlagen, wenn eine Übung von mir nicht gleich verstanden wurde.

Unsere Bindung, dabei war es Liebe, wurde immer inniger, wir wurden unzertrennliche Freunde, in Freud und auch in Leid. Stolz ging ich mit dir spazieren und freute mich ebenso wie du, wenn ich, wegen meines gepflegten Äussehens und meiner Folgsamkeit - manchmal war sie nur dir zu Liebe - bewundert wurden.

Nun meine letzte Bitte an dich. Die zeit ist vergangen, du wurdest älter und ich alt. Ich bin zwar noch immer folgsam, aber das Spiel und der Spaziergang wird halt immer langsamer. Aber du verstehst mich ja, bist noch viele Stunden, auch in der Nacht, nach einem Tierarztbesuch, wenn ich Schmerzen hatte, bei mir gewesen und die Schmerzen wurden gleich besser. Wir waren eben Freunde.

Wenn nun mein Hundeleben zu Ende geht, bitte ich dich, wenn es dir möglich ist, mich auf dem letzten Weg zu begleiten. Mein letzter Blick soll dir gelten, bevor meine Augen brechen. Sei nicht so traurig, wenn du einen Freund, vielleicht den besten, verloren hast.

Leb wohl!!

 

Brief an mein Herrchen

Am Morgen bist du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst die Leine, was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub - hurra! Wir fuhren mit dem wagen, und du hast am Straßenrand gehalten, die Tür ging auf, und du hast einen Stock geworfen, ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte. Aber als ich zurück kam, warst du nicht mehr da! In panik bin ich in alle Richtungen gelaufen um dich zu finden, doch es war vergebens! Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag. ein fremder mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete auf deine Rückkehr, aber du bist nicht gekommen. Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hat Er brachte mich in einen Raum, es roch nach Tod. Meine Stunde war gekommen! Liebes Herrchen, ich weiß, das du weißt, dass ich mich trotz des Leidens, das du mir angetan hast, noch stets an dein Bild erinnere, und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte - ich würde auf dich zu laufen denn ...

...ich hab dich lieb...!   

 

Die Rückkehr zur Regenbogenbrücke

Ein kleiner Hund kam an der regenbogen-Brücke an und ein Rudel von Hunden kam sofort zu ihr gelaufen, um ihn zu begrüßen. Er war darauf gefasst, das er nun angegriffen würde, aber das war die erste Meute, die nur mit dem Schwanz wedelten. Anstatt ihn zu beißen, küssten sie ihn einfach. Es war wunderschön da und jeder war ganz lieb zu ihm. Keiner von ihnen wurde in einer Welpen-Fabrik geboren, so wie er damals, und dann als kampfhund benutzt, um dann in der Gosse zu sterben, weil er eine hässliche Promenadenmischung war. Sie erklärten, dass sie auf ihr Herrchen warten würden, die sie so geliebt hatten. Was IST Liebe?, fragte der kleine Hund und Gott ließ ihn auf der Erde zurückkehren um das herauszufinden. Warm und dunkel, er wartete zusammengekauert mit den anderen darauf, geboren zu werden. Ängstlich wartete er bis zu letzt als er an den hinterfüßen herausgezoegen wurde. Unbehaarte Hände hielten ihn vorsichtig und trockneten ihn ab. Sie zeigten ihm, wo es einen warmen Schluck mit warmer Milch gab. Er hatte nicht die Kraft dazu, sich lange an der Zitze festzuhalten. Seine Brüder und Schwestern waren weitaus kräftiger als er selbst und stießen ihn zur Seite. die Menschenhand drückte die anderen welpen ein wenig zur Seite und hielten seinen Körper, so konnt er trinken. Aaaahhh...so ist besser! dachte er und trank, bis er erschöpft war und zusammengekuschelt bei seiner Mutter eingeschlafen ist. -Ich erinnere mich genau daran, sagte er erfreut. Zu dumm, dass ich erwachsen werden musste und hinaus in die Kälte und Nässe musste um dort zu kämpfen und als Verlierhund sterben musste. Ich erinnere mich, was es heißt ein Hund zu sein, dachte er traurig. Diese Nacht kroch er auf seine Mutter und versuchte zu trinken, aber er fiel immer wieder zur Seite weg. Wenn die anderen vollgetrunken waren, dann wurde ihnen der Bauch geleckt und er konnte nur noch die Restmilch trinken, die die anderen übrig gelassen hatten. Aber die Menschenhand war nicht da, die ihm geholfen hatte, das er auch noch was abbekommen hatte, die Zitzen waren immer schon leer, als er an der Reihe war. Es war sogar schon schwer genug, das er aufstehen konnte. Er war noch so klein und schmächtig. Er fiel auf den Rücken und konnte sich nicht mehr aufrichten. So begann er zu schreien. Sofort kam ein Mensch herbeigeeilt und sofort war die Menschenhand wieder da und dann gaben sie ihm einen Gumminippel in den Mund. Es hat nicht so gut geschmeckt, wie die der Mutter, aber es war warm und vertrieb die Schmerzen in seinem kleinen Magen. Er hatte Probleme mit dem atmen, weil seine Lungen nicht toll entwickelt waren. Er hatte einfach zu lange gebraucht um den anderen in die Gebärmutter zu folgen als er die letzte Chance von der Regenbogenbrücke genommen hatte. Er konnte den Herzschlag des Menschen spüren, der ihn zugedeckt mit einem warmen, weichen Tuch auf den Bauch genommen hatte. das hielt seinen knochigen Körper schon warm und die wiederkehrenden sanften Sttreicheleinheiten haben ihn sehr beruhigt. Er dachte wieder an seinen neuen Freund, der so lieb an der Regenbogenbrücke zu ihm war und Gott fragte, ob er wohl nochmals zurück dürfte. Gott sagte: "Ja, aber nicht jetzt. Du wolltest erleben, was Liebe ist." So wurde er für einige Stunden (es kam ihm vor wie Tage aber er wusste ja nicht was Zeit ist und es war ja auch dunkel), gaben ihm die menschen seine Milcheinheiten und gaben ihm die Wärme und Liebe einer Mutter wieder. Er wurde größer und agiler und der Mensch nahm ihn immer öfters aus dem Nest um bei ihm zu schlafen so lange er liebkost und geküsst wurde und er den Herzschlag hören konnte der fest und lieb klang. Dann kam Gott und fragte ihn: "Bist du bereit zu uns auf die Regenbogenbrücke zurück zu kommen?" "ja", antwortete er, mit einer kleinen wehmut, weil der Mensch ihn nicht gehen lassen wollte und zu weinen begann. Er ließ die Luft aus seinen Lungen und ging zurück über die Regenbogenbrücke. Dort schaute er auf den Menschen, der immer noch weinte und seinen Körper in Händen hielt, den er sich für diesen Ausflug geborgt hatte. Danke Gott, sagte er. Liebe ist WUNDERBAR und nun werde ich auch an der Regenbogenbrücke auf den Menschen warten, um ihr beim Eintreffen u sagen, das ich sie auch geliebt habe.   

 

Die Menschen waren schuld

Ich öffne meine Augen und sehe meine Mama, die warm ist und dicke Zitzen hat.

Ich spiele mit meinen Brüdern und Schwestern, wir spielen, knurren und beißen einander und haben viel Spaß. 

Ich bin glücklich. Ich kann schon springen und bellen, wenn fremde Leute kommen die mich auf den Arm nehmen und mich nach Hause mitnehmen.

Alles riecht fremd dort und ich fühle mich nicht heimisch, aber die Kinder lernen mir allerlei wilde Spielchen und das liebe ich. Ich darf in Ihre Pantoffeln beißen und auf ihrem Bett liegen, um mit ihnen dort zu spielen.

Die ganze Familie lacht, wenn ich fremde Leute anknurre und ich bin glücklich. Beim Spaziergang darf ich den Katzen hinterher springen, mit den Joggern spielen, alle lachen und wenn ich zurückkomme werde ich mit einem besonderen Leckerbissen belohnt. Ich darf alles tun was ich will, sie lachen, wenn ich sie anspringe und ich bin glücklich. 

Manchmal auf den Spaziergang treffe ich auf Hunde meines Alters, die an der Leine gehen müssen. Da sagt mein Frauchen immer, ach diese armen Hunde dürfen nie spielen und frei sein. Juhui, da geht's mir viel besser.

Ich bekomme neue Zähne und werde groß und stark. Wenn ich die Kinder jetzt anspringe oder anknurre, fallen sie manchmal um und weinen und dann sind die großen Menschen böse und schreien.

Wenn ich jetzt einen herrlich riechenden Pantoffel finde und diesen zerbeiße, nehmen sie ihn mir weg und schlagen mich damit und schreien mich an.

Wenn ich jetzt auf dem Bett liege, wollen sie mich runter holen, ich knurre sie an, denn ich darf doch dort schlafen?

Doch schon schreien sie mich wieder an, jagen mich in den Garten. 

Ich darf nicht mehr ins Haus und nicht mehr mit den Kindern spielen. Sie schließen mich in einen Käfig, ich bin unglücklich. Wenn ich jetzt beim spazieren gehen den Katzen hinterher springe oder mit den Joggern spielen möchte, schreit mich mein Frauchen an und wenn ich dann zurückkomme gibt's keinen Leckerbissen sondern Schläge. 

Ich versteh nicht was passiert, früher fanden das alle lustig und heute haben sie Angst vor mir.

Ich bin nur noch an der Leine, aber alle anderen Hunde meines Alters, die vorher immer an der Leine waren, dürfen jetzt frei sein und mit anderen Hunden spielen. Ich bin todunglücklich. Ich versteh nicht was mir passiert. Ich jammere, ich belle, ich möchte bei meinem Menschen sein,  ich werde verrückt.

Wenn ich jemanden aus dem Haus kommen sehe, hoffe ich, sie kommen um mich zu holen, und ich belle zur Begrüßung. Dann schreien die Menschen wieder und schütten Wasser nach mir. Ich bin Tage und Wochen im Käfig, ich habe es warm oder ich habe es kalt. Warum sitze ich hier? Ich will heraus, ich will nicht alleine und ausgeschlossen sein. Ich belle und jammere und bin unglücklich. 

Jetzt sitze ich in einem fremden Käfig zwischen anderen Käfigen mit vielen Hunden. Wir jammern und manchmal kommen Menschen um uns anzusehen.

Ich vertraue niemandem mehr und ich sitze hinten in meinem Käfig und ich weigere mich jemanden anzuschauen. Nie bleiben sie vor meinem Käfig stehen. Ich bleibe hier sitzen. Warum sitze ich hier????

Da kommt ein Mann mit einer Leine und einem Halsband, möchte er etwa mich haben? Er nimmt mich durch viele Gänge in ein Zimmer, wo es fremd riecht. Er nimmt eine Leine und bindet meine Schnauze zu. Warum macht er das? Ich habe doch nicht die Absicht zu beißen.

Er nimmt mich in seinen Arm, will er doch freundlich sein? Au! Was macht er jetzt, er steckt etwas in mein Fell. Ich kann meine Augen nicht mehr offen halten. Ich schließe sie, ich schlafe. Ich höre auf mich zu fragen, was es war, was die Menschen von mir wollten.

Ich schlafe und niemand tut mir weh, niemand schreit mehr mit mir.

 

Aufschrei der Tränenlosen

Hund mit abgeschnittenen Ohren,
einmal wurd' ich nur geboren,
wollte Freund, Gefährte sein,
warum lässt Du mich allein,
angebunden, blutend, kalt,
tief im dunklen Tannenwald?

Pferd mit aufgeschlitztem Leibe,
steh' verletzt ich auf der Weide,
wollte nutzen, wollte leben,
Dir und anderen Freude geben.
So verlorst Du Dein Gesicht,
Dein Gewissen sei Gericht
für all' meine Not und Pein.
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Geschundenes Rind auf Viehtransport,
stehend bis zum fernsten Ort,
Leib an Leib, erschöpft, kein Heu,
gebrochene Beine, keine Streu,
nirgends eine Tier-Raststätte,
wenn ich doch nur Wasser hätte!
Wie kannst so unbeseelt Du sein,
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Und wir, geplagtes Federvieh,
in der Legebatterie,
nirgends Gras und Sonnenschein
und kein Platz fürs zweite Bein.
Auch wir Tiere im Labor
stimmen ein in diesen Chor.
Wie unbarmherzig kannst Du sein.
Partner Mensch? Ich sage: N E I N!

Ein Beutel Miezekatzen
zwischen Hausmüll und Matratzen,
halb erstickt und tief verborgen
wollte man uns so entsorgen?
Sind denn alle inhuman,
nimmt sich keiner unsrer an?
Hört uns niemand ängstlich schrein?
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Eng ist es in dem Riesenraum,
stehen, gehen kann ich kaum,
bin noch klein und viel zu dick:
Ferkel in der Mastfabrik.
Zwar leb' ich ohnehin nicht lange,
jedoch ist mir ganz furchtbar bange
vor Viren und Elektrozange.
Millionen kleiner Ferkel schrein:
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Versetze Dich in unsere Lage,
diese Schmerzen, diese Plage,
alles für Gewinn und Geld.
Gilt dieses nur auf unsrer Welt?

Ob bei einem Tausch der Rollen
wir Euch wirklich retten sollen?
Mensch, lass diesen Rat Dir geben:
Übe Ehrfurcht vor dem Leben!
Du bist verloren, wenn wir schrein:
N E I N, N E I N, N E I N!

 

Darf ich mal fragen?

 

Darf ich mal fragen:
muss ich jetzt STERBEN?

Ich gehör`glaub ich zu diesen Rassen
die jetzt fast alle hassen

Getan hab`ich nichts
ohne Rolle dies ist

Deutschland ist mein Heimatland
ist das denn keinem bekannt?

Denn ich bin hier geboren
das hab`ich mir nicht auserkoren

Ich wurde einfach in stich gelassen
und kann es noch garnicht fassen

Ein Schild um den Hals
wo drauf stehtwie ich heiß
damit der der mich findet
dies auch weis

Einfach gegangen und angebunden
mein Herz ist nun voller Wunden

Andere wurden von Ihrer Familie genommen
wenn ich dran denk`wird mir beklommen

Lernt uns doch mal richtig kennen
vielleicht würd`Ihr uns dann nicht mehr so bös`
benennen

Ich glaub`ich träum`
kommen da Menschen um uns zu retten?
Am liebsten würd`ich wetten
und wenn Sie es dann nicht schaffen und ich verlier`
dann ich Euch Politiker "gratulier"

mein Mitgefühl mit den nächsten Rasen
die geopfert werden von Euren Hassen

Werd`später im Himmel all sie anderen von uns treffen
hoffen wir werden können dies vergessen

Denn unvorstellbar was Du uns tust
Du bist und bleibst für uns das höchste Gut

Von einem Menschen geliebt zu werden
ist für uns doch das Höchste auf Erden

Darf ich mal fragen:
muss ich jetzt STERBEN?

 

LEA

Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen. So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem „Petshop“, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen „oh, sind die süss, ich will eines“, aber dann gehen die Leute wieder fort. Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird. Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt wird alles gut ! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen. Ich heiße jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen. Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen. Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen. In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es „genetisch“ und „nichts machen“. Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen. Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich böse ? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten ! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gott sei dank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwidersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln. Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.
LEA

 

Der Kettenhund

Herr, ich bin nur ein armer Kettenhund,
steh' nun vor Dir, mein Hals ist wund.
Fast eingewachsen ist der Ring,
mit dem ich an der Kette hing.

Hab' Ohrenschmerzen,
bin fast blind
von Regen, Schnee und kaltem Wind,

von Rheuma steif sind meine Knochen,
bin fast auf meinem Bauch gekrochen
aus Angst vor meinem strengen Herrn;
denn mich zu streicheln, lag ihm fern,

hätt' gern gegeben alle Liebe,
erhalten hab' ich oft nur Hiebe,
nur so - weil grad im Weg ich stand,
und hätt' so gern geleckt die Hand

für nur ein wenig Zärtlichkeit,
ein wenig Lob, wär' gern bereit
mein armes Leben hinzugeben
könnt' ich mein Aug' zu ihm erheben

und lesen dann in seinem Blick
ein wenig Liebe - doch dies Glück
beschieden hier war es mir nie,
war immer nur ein armes "Vieh".

Bin noch nicht alt nach Menschenjahren
und hab schon so viel Leid erfahren!

Doch steht einmal mein Herr vor Dir,
dann bitt' ich Dich, versprich es mir,
ich fleh' darum nicht ohne Grund,

 

Der alte Kettenhund

Ich bin allein; es ist schon Nacht und stille wird’s im Haus.

Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.

Er liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,

und ich auf meinem Brett bewache seine Ruh.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht, der Wind aus Ost weht kalt;

die Kälte ins Gebein mir kriecht, ich bin ja auch schon alt.

Die Hütte, die mein Herr versprach, erlebe ich nicht mehr,

der Regen tropft durchs morsche Dach, Stroh gab’s schon längst micht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält, mein Winseln niemand hört,

und wüßt mein Herr auch, was mir fehlt, er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal leck ich die Schüssel aus,

den Knochen, den ich jüngst versteckt, den grub ich längst schon aus.

Die Kette, die schon oft geflickt, sie reibt den Hals mir bloß.

Sie reicht nur noch ein kurzes Stück, und nie werd ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern ich nie, doch weiß ich, ich bin treu.

So lieg ich, warte auf den Tod, denn dieser macht mich frei.

 

Hunde haben keine Seele, oder doch?

Ich erinnere mich noch, wie ich dich nach Hause geholt habe. Du warst so klein und knuddelig mit deinen winzigen Pfoten und deinem weichen Fell. Du stolpertest durch den Raum mit blitzenden Augen und hängenden Ohren. Manchmal hast du einen kleinen Heuler losgelassen um zu sagen "Das ist mein Revier!". Du machtest ein Chaos aus dem Haus und kautest alles an, was du sahst, und wenn ich mit dir geschimpft habe, hieltest du nur deinen Kopf gesenkt und schautest mich aus unschuldigen Augen an, als ob du sagen wolltest "Tut mir leid, aber wenn du nicht guckst, werde ich es wieder machen".

Als du älter wurdest, beschütztest du mich, indem du jeden anbelltest, der an unserem Fenster vorbeiging. Wenn ich nach einem harten Arbeitstag wiederkam, wartetest du wedelnd auf mich, um mir zu sagen "Willkommen zu Hause. Ich habe dich vermisst." Du hattest nie einen schlechten Tag und ich konnte mich immer auf dich verlassen. Wenn ich mich hinsetzte und Zeitung las oder Fernsehen schaute, hüpftest du auf meinen Schoß um Aufmerksamkeit zu erregen. Du hast nie mehr von mir verlangt als dir den Kopf zu streicheln, damit du auf meinen Beinen schlafen konntest.

Als du alt wurdest, liefst du nicht mehr so schnell herum. Dann, eines Tages, verlangte das Alter seinen Tribut und du konntest nicht mehr auf deinen wackligen Beinen stehen. Ich kniete mich zu dir und streichelte dich wie du da lagst, ich versuchte, dich wieder jung zu machen. Du schautest mich nur an als ob du sagen wolltest, dass du alt und müde warst und, da du nie um etwas gebeten hattest, mich um einen letzten Gefallen bitten wolltest. Mit Tränen in den Augen fuhr ich noch ein letztes Mal zum Tierarzt. Ein letztes Mal lagst du neben mir. Warum auch immer warst du noch in der Lage in der Praxis aufzustehen, vielleicht war das dein Stolz. Als der Arzt dich wegführte, zögertest du einen Moment, drehtest deinen Kopf zu mir um Danke zu sagen. "Danke, dass du für mich gesorgt hast."

Ich dachte: "Nein, danke, dass du für mich gesorgt hast."

 

Gedicht eines Kindes 

Kinder weinen um ihren Hund

Man hat mir meinen Hund genommen!
In der Nacht sind sie gekommen
- sagten, dass er bissig sei
und sie von der Polizei.

Er tat niemand was zuleide,
schlief sogar in meinem Bett,
war der Letzte meiner Freunde
und zu Allen ganz ganz nett.

Im Sommer hat es angefangen.
Die anderen Kinder sind gegangen,
durften nicht mehr zu mir gehen,
mich zum Spielen nicht mehr sehen.

Frag ich die Großen dann: "Warum?"
Sind sie vor Traurigkeit ganz stumm.
Mein Hund hat die falsche Rasse,
ist jetzt in der Kampfhundklasse.

Ach mein Kummer ist so riesig
und der Schmerz, der ist so groß!
Und ich frag mich immer wieder:
"Was ist bloß in Deutschland los?"

Ihre Augen sind wie Seen
und sie sind von Tränen blind.
Ach, sie können's nicht verstehen
- nicht nur, weil sie Kinder sind!

Ihre Augen sind wie Seen
und sie sind von Tränen blind!
Und ich frag mich immer wieder:
"Wo führt DAS nur hin, mein Kind?" 


 

 

 

 

 


 

 





 

 


 

 

 

 

 

 

 



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